Oberliga Baden-Württemberg
Young Boys Reutlingen – SV Oberachern 1:2 (0:1)
Durch einen mehr als hartumkämpften, aber am Ende verdienten 2:1 Erfolg beim bislang daheim noch ungeschlagenen Tabellenfünften Young Boys Reutlingen bleibt der SV Oberachern auch nach dem 13. Spieltag an der Spitze des baden-württembergischen Fußball-Oberhauses.
SVO-Coach Fabian Himmel musste hinterher erst einmal ganz tief durchschnaufen, um die richtigen Worte zu finden. „Wir sind heute bei einem starken Gegner in allen Disziplinen geprüft worden und die Jungs haben vollauf bestanden. Sie waren einfach nicht zu brechen. Am Ende gewinnen wir mit zwei Mann weniger bei einem Gegner, der eigentlich keine Heimniederlagen kennt und eine Offensivmacht in der Liga ist“. Dabei kassierte sein Abwehrchef Henri Scherer nach gut einer Stunde die Ampelkarte und in der hektischen Schlussphase widerfuhr Mus Gjuraj das gleiche Schicksal.
Auf dem Kunstrasen im Reutlinger Kesselblick Park fand der SVO gut in die Partie. Bereits nach neun Minuten hatte Silas Meier nach klugem Pass von Mike Manegold die Führung auf dem Fuß, doch sein Schuss konnte von der Young Boys-Defensive mit letztem Einsatz noch geblockt werden. Auf der anderen Seite konnte SVO-Keeper Mark Redl einen gefährlichen Distanzschuss von Reutlingens Kapitän Christos Chatzimalousis noch zur Ecke entschärfen (14.). Als der sonst zuverlässige Young Boys-Schlussmann Nikolay Goranov eine Hereingabe von Marvin Benefo nur nach vorne abklatschen konnte, hatte Manegold keine Mühe, das Leder zum 0:1 ins lange Eck zu befördern. Die Gastgeber waren zwar um den schnellen Ausgleich bemüht, taten sich aber gegen die gut gestaffelte SVO-Defensive ausgesprochen schwer. In Minute 38 lag den mitgereisten SVO-Fans der erneute Torschrei schon auf den Lippen, doch nach feiner Einzelaktion von Maxi Weiß strich sein Schuss nur knapp über das Gehäuse. Kurz vor der Pause Glück für die bis dahin stark aufspielenden Gäste, als ein Chatzimalousis-Freistoß nur das Außennetz streifte
Fünf Minuten nach dem Wechsel wurde Oberacherns Yves Borie im Strafraum unsanft von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß setzte Manegold mit seinem zweiten Treffer an diesem Tag und etwas Glück beim Abschluss – Keeper Goranov rutschte das Leder über die Hände – zum 0:2 ins Netz.
Neue Hoffnung für die Gastgeber nach dem 1:2 durch Thomas Discher (58.). Dann wurde Oberacherns Abwehrchef Henri Scherer nach seiner zweiten gelben Karte vorzeitig zum Duschen geschickt (66.) und die Young Boys drängten jetzt mit aller Macht auf den Ausgleich.
Adil Iggoute stand dabei kurz vor seinem neunten Saisontreffer, doch sein Kopfball landete nur am Pfosten (73.). Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit sorgte Schiedsrichter Kastner für großen Unmut beim SVO, weil Mus Gjuraj sein blutverschmiertes Trikot ohne Aufforderung des Unparteiischen hinter der Seitenlinie wechselte und danach wieder auf das Feld rannte. Nach Meinung des SR hätte er sich aber wieder anmelden müssen und so zeigte Kastner dem zuvor bereits verwarnten Gjuraj die Ampelkarte.
Doch in zweifacher Unterzahl hielt der SVO dem anschließenden Dauerdruck der Reutlinger auch in der siebenminütigen Nachspielzeit stand und durfte damit seinen vierten Auswärtserfolg feiern.
„Toller Fußball von uns im ersten Durchgang – leiden, quälen, kämpfen über jegliches vorstellbare Maß hinaus in Durchgang zwei“, so das kurze Fazit von SVO-Coach Fabian Himmel.
Sein Reutlinger Kollege Volker Grimminger trug die Niederlage hinterher mit Fassung. „ Der Sieg des SVO ist verdient. Heute hat die reifere Mannschaft gewonnen. Uns fehlte beim Überzahlspiel einfach auch die Effizienz“.
Young Boys Reutlingen: Goranov, Digel, Drljo (63. Milenkovic), Chatzimalousis, Silov (79. Lennerth), Iggoute, Ioannidis (86. Asmelash), Discher, Krajinovic (75. Galic), Njie, Meiser (90. Chettibi)
SV Oberachern: Redl, Manegold (89. Burkart), Güzelcoban, Weiß, Hampp (69. Zwick/77.Gjuraj), Recht, Benefo, Meier, Distelzweig (56. Ludwig), Borie (72. Huber), Scherer
Schiedsrichter: Raphael Kastner (Pforzheim)
Zuschauer: 400
Tor: 0:1 Manegold (20.), 0:2 Manegold (50./FE), 1:2 Discher (58.)
Gelbe Karten: 2/3
Gelb-Rot: Scherer (SVO/66.), Gjuraj (SVO/86.)
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