Oberliga Baden-Württemberg
SV Oberachern – FC Nöttingen 2:3 (2:2)
Durch eine völlig unnötige 2:3 Heimniederlage gegen den Tabellenvierten FC Nöttingen rutschte der SV Oberacherrn um einen Rang in der Tabelle auf Platz 6 zurück.
Fabian Himmel brachte es hinterher treffend auf den Punkt: „Das Spiel hat Nöttingen nicht gewonnen, sondern wir haben es komplett verloren. Nöttingen hat uns heute unsere Grenzen im mentalen Bereich aufgezeigt“, sagte Oberacherns Coach nach einer Partie, die bei vielen der 400 Zuschauer hinterher noch lange für Gesprächsstoff sorgte.
Die offensivstarken Nordbadener besaßen nach 8 Minuten die erste Möglichkeit, doch SVO-Keeper Mark Redl hatte keine Mühe, den 18-m-Schuss von Khery Hamka zu parieren. Auf der anderen Seite zeigte sich sein Gegenüber Thilo Marksteiner bei einem Schuss von Henri Scherer auf dem Posten (15.). Einen gefährlichen Freistoß von Scherer konnte der FCN-Keeper nach vorne abwehren – der Abraller von Nico Huber wurde zur Ecke abgefälscht (18.).
Als dann die SVO-Defensive den Ball nicht aus der eigenen Gefahrenzone brachte, war Nöttingens Goalgetter Tasos Leonidis mit seinem 19. Saisontreffer zur Stelle und ließ Redl beim 0:1 keine Abwehrmöglichkeit (23.). Vier Minuten später schon der nächste Schockmoment für die Achertäler. Scherer brachte Nöttingens Salvatore Catanzano im Strafraum zu Fall – der Gefoulte trat selbst zum fälligen Elfmeter an, scheiterte aber Keeper Mark Redl.
Nach einer halben Stunde war es Oberacherns Kapitän Nico Huber, der ein klasse Zuspiel von Rachid Gueddin mit einem platzierten Schuss zum 1:1 vollendete. Nur drei Minuten danach hatte Huber gar die Führung seines SVO auf dem Fuß – sein Schuss aus der Drehung verfehlte das Ziel aber nur knapp.
Als viele der Besucher in Gedanken schon beim Pausengetränk waren, folgten vier turbulente Minuten, die es mehr als in sich hatten. Zunächst holte Egemen Sarikaya Oberacherns Noa Bauer im Strafraum von den Beinen. Den fälligen Elfer verwandelte Scherer unhaltbar zum 2:1 (44.). Dann fast die gleiche Szene wie zuvor. Sarikaya zog gegen Bauer die Notbremse. Die Folge – Rot für den Nöttinger und erneuter Strafstoß für den SVO. Doch bei seinem zweiten Versuch scheiterte Scherer am glänzend parierenden Marksteiner (45.+1). Damit aber noch nicht genug. Es folgte der große Auftritt von Nöttingens Freistoß-Spezialisten Khery Hamka. Aus 20 Metern setzte er das Leder perfekt und unhaltbar für Redl zum 2:2 in den Winkel (45. +2).
In Durchgang zwei fand der SV Oberachern streng genommen einfach nicht statt. In Minute 79 bestrafte der erst kurz zuvor eingewechselte Matej Mijic den unerklärlich schwachen Auftritt der Gastgeber mit dem 2:3 Siegtreffer des FC Nöttingen.
„Was mich so extrem enttäuscht hat, war auf der einen Seite, dass wir in Überzahl danach so ängstlich gespielt haben und auf der anderen Seite haben sich die Spieler, von denen ich erwarte, dass sie Verantwortung übernehmen und die Mannschaft anführen, komplett verkrochen. Wir haben keine Chance gehabt im zweiten Durchgang, zahlreiche gefährliche Konter zugelassen und deshalb auch verdient verloren. Auch die Einwechselspieler haben mich heute enttäuscht“, sagte ein völlig frustrierter SVO-Coach Fabian Himmel nach der vierten Heimpleite seiner Elf.
Freudige Miene hingegen bei seinem Kollegen Dennis Will. „Nach unserem schwachen Auftritt bei der Derby-Niederlage gegen Pforzheim wollten wir heute bei einem guten Gegner wieder eine Reaktion zeigen und das haben wir geschafft. Wir haben im zweiten Durchgang keine Torchancen zugelassen. Alles in allem ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Unterm Strich haben wir dann das Spiel trotz Unterzahl verdient gewonnen“.
SV Oberachern: Redl, Fritz, Zwick, Güzelcoban (60. Hauser), Gueddin (80. Mörmann), Huber (66. Vrazalica), Weiß (72. Borie), Recht, Bauer (66. Stefotic), Scherer, Carnier
FC Nöttingen: Marksteiner, Zimmermann, Krajinovic, Sarikaya, Leonidis (69. Mijic), Fassler, Waldraff, Hamka (81. Gärtner), Rabold (46. Sahiti), Zenner (60. Weißer), Catanzano (46. Manduzio)
Zuschauer: 400
Schiedsrichter: Maurice-Alexander Bollheimer ( )
Tore: 0:1 Leonidis (23.), 1:1 Huber (30.), 2:1 Scherer (44./FE), 2:2 Hamka (45.+3), 2:3 Mijic (79.)
gelbe Karten: 1/4
Ecken: 3/2
Bes. Vork.:
Rote Karte Sarikaya (FCN/45.+1/Notbremse)
Redl (SVO) pariert FE von Catanzano (27.)
Marksteiner (FCN) pariert FE von Scherer (45.+1)
RM







