Cheftrainer Fabian Himmel bei der A-Lizenz

Cheftrainer Fabian Himmel hat die Zulassung zur diesjährigen Trainer A-Lizenz des DFB erhalten.
Er ist somit einer von insgesamt 51 Teilnehmer, die an dem 10-monatigen Lehrgang ihre Fußball Fachkompetenz erweitern.
Der Lehrgang ist vergangene Woche gestartet und deshalb wollten wir mit unserem Cheftrainer ein kurzes Interview führen.
SVO: Hallo Fabian, du darfst an der diesjährigen Trainer A-Lizenz des DFB-teilnehmen, welcher letzte Woche gestartet ist.
Wie war dein erster Eindruck des Lehrgangs und der Teilnehmer?
Fabian Himmel: Die ersten 3 Tage am DFB-Campus in Frankfurt waren sehr aufregend und intensiv.
Natürlich haben sich erst einmal alle beschnuppert, etwas kennengerlernt und versucht zu greifen,
wer und was da in den kommenden Monaten auf uns zurollt! Das Teilnehmerfeld ist sehr stark von
ehemaligen Profispielern dominiert, angeführt von Ex-Nationalspieler Lars Stindl und dem Co-Trainer
der Nationalmannschaft Benny Hübner. Ich gehöre mit zu den jüngsten Teilnehmern im Lehrgang
und bin auch echt froh, es ohne eigene Profikarriere in diesen erlesenen Kreis geschafft zu haben.
SVO: Für die Teilnahme an dieser Lizenz musstest du dich bewerben. Wie lief die Bewerbungsphase
ab und was musstet du alles machen?
Fabian Himmel: Allein die Bewerbung ist schon mit einem hohen Aufwand verbunden.
Neben einer Reihe an nachzuweisenden Dokumenten, die man sich bei verschiedenen Behörden, Praxen und Ämtern
zusammensammeln muss, ist das Herzstück der Bewerbung das Punktesystem für die Zulassung.
Je nach Rolle und Leistungsniveau erhält der Bewerbende Punkte für die jeweiligen Spieler- und
Trainerstationen seiner Karriere. Daraus ergibt sich eine individuelle Gesamtpunktzahl.
Die 50 besten Bewerber Deutschlands erhalten dann eine Zulassung für den A-Lizenz-Kurs im kommenden Kalenderjahr.
SVO: 51 Teilnehmer wurden schließlich zur A-Lizenz 2026 zugelassen. Wie setzte sich das
Teilnehmerfeld zusammen? Du hast bereits 2 Ex-Profis genannt, die ebenfalls zu dem Lehrgang
zugelassen sind. Wer erweitert seinen Trainerhorizont in den nächsten Monaten noch mit dir
zusammen?
Fabian Himmel: Das Teilnehmerfeld besteht zu 70-80% aus ehemaligen Profis, die teilweise erst sehr kurz im
Trainergeschäft sind. Die haben aber natürlich im oben angesprochenen Punktesystem über ihre
herausragende Spielerlaufbahn reichlich wertvolle Erfahrungen sammeln und von den besten
Trainern Deutschlands lernen dürfen. Neben Lars Stindl und Benny Hübner sind auch Daniel Gordon
(Ex-KSC-Kapitän), Sascha Mölders (1860/Augsburg), Nelson Valdez (Ex-Klopp-Schützling beim BVB),
Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt Legende) oder Immanuel Höhn (Ex-Streich-Spieler beim SC
Freiburg) dabei, um einige namhafte Beispiele zu nennen.
SVO: Die Lizenz dauert insgesamt 10 Monate. Wie genau ist der Ablauf? Muss der SVO jetzt 10
Monate auf seinen Cheftrainer verzichten?
Fabian Himmel: Den SVO tangiert die A-Lizenz Ausbildung eigentlich wenig bis gar nicht. Jeden Monat findet
von Montag bis Mittwochmittag ein dreitägiger Lehrgang statt. Das heißt ich fehle im besten Falle
eine, im schlechtesten Fall zwei Trainingseinheiten. Zwischen den Präsenzeinheiten haben wir auch
noch ein paar Zwischenleistungen zu erbringen, da kann es passieren, dass wir 1-2 Einheiten im Sinne
meiner Trainerentwicklung filmen.
SVO: In wie fern beeinflusst dich diese zusätzliche Belastung neben deinem Beruf? Wirkt sich die
Anstrengung und Abwesenheit durch den Lehrgang auf deinen Einsatz und deine Zeit für den SVO
aus?
Fabian Himmel: Den größten Einfluss nimmt der Lehrgang auf mein Privatleben, da ich ja weiterhin für
meinen Beruf und den SVO uneingeschränkt im Einsatz bin. Meine Partnerin hat mit ihrem
Referendariat ebenfalls ein sehr intensives Kalenderjahr 2026 vor sich, daher passt der Zeitpunkt
dieses Jahr einfach. Ohne diese großartige Unterstützung von ihr, aber auch von meinen Eltern
würde ich das gar nicht schaffen. Sie geben mir einen tollen Fokus und sehr viel Energie, um in jedem
Tätigkeitsfeld voll da zu sein. Ich freue mich aber auch, so sehr ich den Fußball liebe, auf die Zeit,
wenn mein Privatleben mehr in den Fokus rückt. Dann können wir alle zusammen mit Stolz
zurückblicken, dass wir alle „Projekte“ zusammen hinbekommen haben.
SVO: Warum hast du dich für die A-Lizenz beworben was erhoffst du dir von dieser? Wird dich der
neue Input als Trainer und deine Trainerarbeit beim SVO verändern?
Fabian Himmel: Einen wesentlichen Grund habe ich schon genannt – der Zeitpunkt passt einfach. Wenn in
ein paar Jahren die Kinder ums Haus rennen und der Hund direkt hintendran, brauche ich nicht mehr
anfangen, Fußball-Lizenzen zu erwerben. Alles hat seine Zeit im Leben. Daneben wollte ich einfach
wieder neuen Input für mich und meine Arbeit bekommen – externen Input.
Mein Lernen der letzten Jahre war sehr stark durch die „Blase“ geprägt, in der ich mich befinde: Ich
habe in den letzten Jahren vermutlich hunderte, vielleicht sogar tausende Spiele auf
unterschiedlichen Leistungsebenen gesehen, analysiert, versucht meine Lehren daraus zu ziehen und
besser zu werden. Ich habe Bücher gelesen über Rhetorik, Führung, Psychologie, Kulturentwicklung,
Miteinander… Ich arbeite bis heute mit wunderbaren Menschen zusammen, die mir die Chance
geben zu wachsen und auch Fehler machen zu dürfen. Die Zusammenarbeit im Trainerteam aber
auch täglich auf dem Platz mit den Spielern ist hier ganz besonders hervorzuheben. Das alles hat
mich als Trainer und Mensch sehr wachsen lassen und mich schönerweise auch Teil des ein oder
anderen Erfolgs werden lassen!
Die Hospitation vor 2 Jahren bei Christian Streich hat mir aber auch aufgezeigt, wie wertvoll externer
Input für die eigene Entwicklung ist! Genau da setzt für mich die A-Lizenz an. Wie machen es denn
andere? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie wirkt, was ich mache auf Menschen außerhalb
meiner „Blase“? Das finde ich total spannend, weil es meinen Horizont erweitert. Ich nehme die
Gespräche genauso wie die Rückmeldungen zu meinem Auftreten und meiner Arbeit als sehr
bereichernd wahr.
SVO: Blicken wir noch 10 Monate in die Zukunft. Du hast deine neue Trainerlizenz erhalten. In
welchen Mannschaften bzw. Ligen darfst du mit deiner neuen Lizenz dann als Trainer aktiv sein?
Fabian Himmel: Alle Herrenmannschaften als hauptverantwortlicher Trainer bis einschließlich in die
Regionalliga. Hinzu kommen die U19 und U17 Bundes- bzw. Nachwuchsligen. Für alle andere
Mannschaften benötigt es als hauptverantwortlicher Trainer die höchste Lizenzstufe – die Pro
Licence, auch gerne als „Fußballlehrer“ bezeichnet.
SVO: Muss sich der SVO nun Sorgen machen den erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte zu
verlieren?
Fabian Himmel: Nein, die Lizenz soll in keiner Weise einen Abgang andeuten oder vorbereiten. Ich bin noch
immer ein sehr junger Trainer, ich habe ja noch potenziell 25-35 Jahre Karriere vor mir. Sollte ich mal
vor einer Tür stehen, bei der es mich extrem reizt zu sehen, was denn dahinter so auf mich wartet,
möchte ich in Form der Lizenz auch den entsprechenden Schlüssel in der Hand halten. Es ist also ein
Investment in eine mögliche Zukunft. Dass der SV Oberachern nicht nur meine sportliche Heimat ist,
sondern auch in meinem Herzen seinen Platz hat, steht außer Frage!
SVO: Vielen Dank für deine Zeit Fabian.
Wir wünschen dir einen erfolgreichen Lehrgang, mit viel neuem Input und Lehren, die nicht nur dich, sondern vielleicht auch den SV Oberachern weiter
voranbringen!








