Thomas Leberer vor dem Derby gegen den Bahlinger SC

Liebe Fußballfreunde und Fans des SV Oberachern,
zu unserem Heimspiel gegen den Bahlinger SC darf ich Sie recht herzlich begrüßen. Ein besonderer Gruß gilt den Spielern, den mitgereisten Fans und dem Trainerteam um Alfons Higl vom Bahlinger SC.

Ich möchte heute nicht, wie gewohnt, einen Rückblick auf die vergangenen Spiele geben und auch keinen Ausblick auf das heutige Spiel. Mir ist es heute wichtiger, auf unsere aktuelle Situation einzugehen, auf die möglichen Gründe und auch andere Punkte, die das Team aber vor allem auch mich bewegen.

Ja, der SV Oberachern befindet sich dieser Runde mitten im Abstiegskampf und muss sich in den nächsten Wochen bis zum Runden-Ende noch mindestens 12 bis 13 Punkte erspielen, um auch zukünftig in der Oberliga BW mitspielen zu dürfen.

Die Erwartungen vor der Runde waren hoch, bei einigen im Umfeld fiel sogar das Wort Regionalliga. Auch die Spieler hatten hohe Erwartungen an diese Runde und an sich. Klar konnten wir auf die erfolgreichste Runde in der Vereinsgeschichte zurückblicken. Der siebte Tabellenplatz und das Pokalendspiel ließen doch Platz zum Träumen. Mit Neuzugängen wie Fabian Herrmann, Kemal Sert, Felix Armbruster, Philip Keller und Luca Fritz, konnten wir Oberligaerfahrung oder hoffnungsvolle Talente aus der Verbandsliga für uns gewinnen. Vor allem das erste Punktspiel gegen den KSC, zeigten wir die bisher beste Saisonleistung, konnte eindrucksvoll gewonnen werden, unterstrich diese Erwartungshaltung. Warum auch nicht?

Seit ich im Jahre 2010 (zum zweiten Mal) zu meinem Heimatverein zurückgekehrt bin, ging es unter der Leitung von Josef Tisch und Wolfgang Springmann stetig bergauf!

In dieser Zeit konnten wir zwei Aufstiege mit unserem Team 2 feiern, zwei Verbandsligatitel mit Team 1, Aufstiegsspiele zur Oberliga bestreiten, ein Pokalendspiel und den siebten Tabellenplatz in der letzten Runde erreichen und das alles in „nur“ in sechs Spielzeiten!

Mehr geht eigentlich nicht, erfolgreicher kann man kaum sein, vor allem auch unter Berücksichtigung unserer Rahmenbedingungen.

Dieser Erfolg war Teamarbeit und Erfolg des ganzen Vereins!!!

Seit all den Jahren, ist aktuell in der sportlichen Entwicklung Stagnation eingetreten! Kein Fortschritt und vor allem, wir liegen hinter unseren Erwartungen zurück. Wörter die wir so in den letzten Jahren nicht kannten. Da stellt sich natürlich berechtigt die Frage nach dem WARUM?

Meiner Meinung nach, gibt es viele Gründe und das macht die Situation leider nicht einfacher.

Wir sind mit Sicherheit mit zu hohen Erwartungen in die neue Runde gestartet. Die Mannschaft hat letzte Runde ihr Potential fast optimal ausgeschöpft. Dies funktioniert diese Runde nur selten. Leistungsträger der letzten Saison erreichen bei weitem nicht die Form und tun sich schwer ihre Spielweise den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Temporärer Erfolg zu erreichen ist nicht so schwer, aber wenn man dauerhaft Erfolg haben möchte, ist noch härtere Arbeit als zuvor notwendig.

Die neuen Spieler brauchten eine längere Eingewöhnungsphase als wir ihnen eigentlich zugestehen wollten. Die Hierarchie innerhalb der Mannschaft musste neu entstehen, die Spieler mussten sich finden. Im Erfolgsfalle immer einfacher, wie in Zeiten wo sich alle eher schwer tun und der Erfolg fehlt.

Zehn Spiele, die nur mit einem Unentschieden endeten, obwohl bei mindestens der Hälfte der Spiele, Siege möglich gewesen wären. Es ist hypothetisch aber über was würden wir diskutieren oder ich schreiben, hätten wir davon fünf Spiele gewonnen.

Dazu kam unser unglaubliches Verletzungspech. Ich hatte als Trainer noch nie so eine lange Liste von Langzeitverletzten, wie in dieser Runde. Es war ein kommen und gehen von Spielern, die immer wieder an das Leistungsniveau der Gruppe herangeführt werden mussten. Es kam keine Ruhe in den Findungsprozess.

Auch die Veränderungen im Trainerteam führten zu einer neuen Konstellation, veränderten Trainingsabläufen, ein sich aneinander gewöhnen usw..

Am Ende nicht zu vergessen, dass unser Vorstand Josef Tisch und unser Sportvorstand Wolfgang Springmann ihre langjährige und so erfolgreiche Arbeit beim SV Oberachern beendeten und mit Ralf Lorenz und Mark Bosselmann ihre Nachfolger zum Beginn dieser Runde die Ämter übernommen haben.

Wenn man sich jetzt diese große Anzahl an Punkten anschaut, dann ist es fast normal, dass es eine Findungsphase mit Stagnation geben kann oder sogar muss.

 

Wir sind mitten im Abstiegskampf!

Das bei fast 30 Spielern, mit unterschiedlichen Vitas, der eine härter trainieren möchte als manch anderer Spieler, der eine weniger Taktik braucht als ein anderer Spieler und das der eine Spieler schon Trainer aus dem Profibereich hatte und der andere Spieler nicht, macht die Sache natürlich nicht einfacher. Im Spielerkreis wird viel diskutiert, was wir verändern oder besser machen können aber auch hier muss man deutlich sagen, diskutieren ist die eine Sache, Verantwortung zu übernehmen und Leistung zu zeigen eine andere!

Wir, das Trainerteam und alle im Umfeld der Mannschaft, tun alles was in unserer Kraft steht, um mit der Mannschaft erfolgreich sein zu können. Dass wir dazu in der Lage sind, haben wir in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen. Wir trainieren 4-mal die Woche, wissen wie unsere Spieler drauf sind, kennen ihre Probleme, wissen wann sie verletzt sind! Schauen uns die gegnerischen Mannschaften an und versuchen aus unseren Eindrücken, die wir gemeinsam sammeln, die „beste“ Elf auf den Platz zu schicken.

Über Aufstellungen, Taktik usw. diskutieren wir alle sehr gern, ob vor dem Fernseher oder am Sportplatz. Oft wird aus der Diskussion Kritik, was zum Sport dazu gehört. Wichtig für eine Entwicklung ist aber konstruktive, positive Kritik. Die hilft uns weiter.

Negative Aussagen, Polemik, bis hin zu persönlichen Beleidigungen von Spielern aber auch von Trainern, haben auf keinem Sportplatz der Welt etwas zu suchen, vor allem nicht im Umfeld des SV Oberachern. Hier ist momentan bei einigen „Fans“ eine sehr negative Grundhaltung zu spüren. Dies hilft auf keinen Fall, auch wenn die Kernbotschaft dieser Kritik berechtigt ist. Leider vergessen viele, dass wir immer noch von Amateursport reden. Ich habe Amateurfußballer zu betreuen, bin aber auch Amateurtrainer. Wären wir besser, dann wären wir alle Profis geworden!

Wer konstruktive Kritik äußern möchte, sollte doch bitte den direkten Dialog suchen und dies nicht polemisch oder über dritte Personen tun. Ich bilde mir nicht ein, dass unsere Entscheidungen immer richtig sind, ich glaube auch nicht das ich der beste Trainer bin aber eines kann ich behaupten, dass ich in den letzten Jahren einer der erfolgreichsten Trainer war, gemeinsam mit meinem Trainerteam.

 

„Wir sind die Macht vom Dorf!“

Mit diesem Spruch sind wir losgezogen und haben es bis in die Oberliga geschafft, wer hätte diese Entwicklung vor Jahren überhaupt möglich gehalten? Wenn wir ehrlich sind, niemand von uns!

Ich bin Oberacherner, ich wurde in Oberachern geboren, wohne in Oberachern, habe hier das Fußballspielen erlernt, durfte als Spieler dann in anderen Vereinen höherklassig spielen, habe es bis in die dritthöchste Spielklasse geschafft und bin jetzt über zehn Jahre Trainer der Aktiven des SVO. Ich werde weiterhin für meinen Verein alles tun, wie bisher auch.

Mehr Identifikation und Herzblut für einen Verein geht nicht!

Ich hoffe auf die bedingungslose Unterstützung aller Fans des SV Oberachern, damit wir diese schwierige Situation gemeinsam meistern können. Die vielleicht überzogen Erwartungen vor der Runde, dürfen keinen Raum mehr haben, es geht jetzt „nur“ um eine Erwartung, die man haben kann und jetzt auch muss, das ist unbedingt die Klasse zu halten.

Die Mannschaft und das Trainerteam ist sich zu 100% bewusst, dass in den nächsten Spielen nur Punkte zählen alles andere ist nebensächlich.

 

Wir müssen und werden liefern – wir sind die Macht vom Dorf!

 

Euer

Thomas

 

 

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